Die Wieder­gutmachung

nach wahren Begebenheiten

Die Wiedergutmachung

nach wahren Begebenheiten

„Wer auch nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt.“
Babylonischer Talmud, Sanhedrin 37a

Voraufführung: 08.11.2019 im Rahmen der Verleihung des Mutig-Preises 2019, Aschaffenburg
Serbische Erstaufführung: 20.11.2019, Festival Synenergy, Novi Sad/ Serbien
Deutsche Erstaufführung: 28.11.2019, 11 Uhr

Weitere Vorstellungstermine in Berlin: 29.11.2019 um 11 (Schulvorstellung) und um 19 Uhr, 14.12.2019 (mit Live-Musik, Adam Baldych) um 19 Uhr
Ort: Werkstatt der Kulturen
Wissmannstraße 32
12049 Berlin

Eintrittspreise: Schulvorstellungen: Schüler 4€, Begleitpersonen frei
29.11.2019: 25 €, 12 €, ermäßigt 8 €
14.12.2019: 30 €, 16 €, ermäßigt 10 €
Gruppen ab 8 Personen: 5 € pro Ticket (gilt für alle Vorstellungen)

Kartenreservierung für die Schulvorstellungen: unter info@multiculturalcity.eu

Tickets für den 29.11.2019, 19 Uhr:  www.reservix.de

Tickets für den 14.12.2019, 19 Uhr: www.reservix.de

Es spielen: Vadim Grakovski, Dorothee Krüger, Barbara Prokopowicz
Musik: Adam Baldych
Textfassung und Regie: Monika Dobrowlanska
Bühnenbild: Katsiaryna Filist
Video: Yukihiro Ikutani

Hintergrund: Holocaust-Überlebenden wurde bei keiner Wiedergutmachung so beharrlich Zahlungen vorenthalten wie bei den „Ghetto-Renten“ – Jüdische Kinder und Jugendliche kämpften in den in den Ghettos des NS-Terrorregimes um Ihr Überleben, in dem sie oft für einen Teller Suppe oder Essensmarken unter unmenschlichen Bedingungen schuften. In die Rentenkassen mussten sie, beispielsweise über den Judenrat, trotzdem einzahlen. Später, als der Bundestag 2002 ein entsprechendes Gesetz verabschiedete, versuchten einige der Überlebenden eine symbolische Rente zu erhalten. Dabei ging es vor allem um die Anerkennung ihrer Geschichten – der Ausbeutung, des Leides, das sie als Kinder erfahren mussten, an dem einige zerbrachen und das in Ihnen einen innerlichen Scherbenhaufen hinterließ. Dies bedeutete jedoch einen erneuten Kampf – nämlich den um die Anerkennung Ihrer Arbeit vor den deutschen Sozialgerichten. Der Richter Jan-Robert von Renesse setzte sich, trotz massiven Widerstandes seitens der Jusitz, wie kein anderer selbstlos für die Opfer ein. Gemäß dem israelische Botschafter in Berlin ist es „der Kampf des Enkels eines SS- Mannes um die Renten für die Überlebenden der Ghettos“. Dafür erntete er die höchste Anerkennung in Israel, den Preis für Menschlichkeit von der Europäischen Janusz Korczak Akademie und den Dachau-Preis für Zivilcourage. Beruflich befindet er sich seither auf dem Abstellgleis.

Projektbeschreibung: Ein international renommiertes Künstlerteam hat sich zusammengeschlossen um denjenigen, denen über Jahrzehnte kein Gehör geschenkt wurde eine Stimme zu verleihen. Basierend auf Zeitzeugnissen und wahren Begebenheiten wird zum einen der damalige Überlebenskampf in den Ghettos und zum anderen der heutige Kampf um die Anerkennung der Wahrheit vor den Sozialgerichten auf die Bühne gebracht. Das Stück wird von der Regisseurin und „Prix-Tournesol“-Preisträgerin (Kategorie „Jenseits der Grenzen“) des Festival d’Avignon 2017 Monika Dobrowlanska entwickelt und künstlerisch umgesetzt. Für die musikalische Bearbeitung ist der polnische Star-Geiger Adam Baldych verantwortlich, der in der Vorstellung am 14.12.2019 in Berlin live zu erleben ist. Nach allen Vorstellungen findet eine Publikumsdiskussion statt, in denen Sie die einmalige Gelegenheit haben mit Herrn von Renesse persönlich ins Gespräch zu kommen.

Kooperationspartner: Europäische Janusz Korczak Akademie e.V., Festival Synenergie Novi Sad/ Serbien, Jugend mit Zukunft gGmbH, Aschaffenburg/ Aschaffenburger Mutig-Preis

Förderer: Berliner Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten, (Programm Interkulturelle Projekte), Stiftung Between Bridges, Stiftung Berthold Liebinger

Medienpartner: Jüdische Allgemeine, Klassik Radio