Puzzle

Flucht und Vertreibung gestern und heute - Dokumentarisches Theaterprojekt

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Flucht und Vertreibung gestern und heute
Dokumentarisches Theaterprojekt

In Zusammenarbeit mit dem Kreis Kinder- und Jugendring Märkisch-Oderland e.V.

Gefördert aus den Mitteln der BBrandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung

Schirmherrin: Frau Simona Koß, Mitglied des Landtages Brandenburg, bildungspolitische Sprecherin der SPD Landtagsfraktion Brandenburg

Premiere in Berlin: 17.09.2017, 14 Uhr Weltkindertag, Potsdamer Platz

Premiere in Brandenburg: 13.09.2017, 11 Uhr, Kreiskulturhaus Seelow, Kleiner Saal

Besetzung: Mirja Henking, Vadim Grabovski, Volkmar Leif Gilbert, Julian Ricker, Geflüchtete, Zeitzeugen

Regie: Monika Dobrowlanska

Bühne und Kostüme: Johanna Pfau

Musik: Botho Karger

Choreographie: Sabina Ferenc

Kooperationspartner:
My Life- Erzählte Zeitgeschichte e.V., Frankfurt/ Oder, Słubice/ Polen
Clearingstelle Seelow
Letschiner Heimatstuben
Das Netzwerk für Toleranz und Integration in MOL

 

Weitere Vorstellungen

„Ich wünschte, die Erinnerung an die geflüchteten und vertriebenen Menschen von damals könnte unser Verständnis für geflüchtete und vertriebene Menschen von heute vertiefen. (…) Auf eine ganz existenzielle Weise gehören sie nämlich zusammen – die Schicksale von damals und die Schicksale von heute“
Joachim Gauck

Diesen Gedanken von Joachim Gauck wollen wir in unserem dokumentarischen Theaterprojekt „Wildschweine, Kartoffelkäfer und Flüchtlinge. Flucht und Vertreibung gestern und heute.“ aufgreifen und in einem künstlerischen Prozess weiter verfolgen. Unser Thema sind die Heimatlosen von gestern, heute und morgen, „der Handwagen von einst“ und „das auf dem Mittelmeer treibende Boot von heute“.

Die aktuellen Flüchtlingszahlen sind gering im Vergleich zur Nachkriegszeit: damals suchten zwölfeinhalb Millionen Flüchtlinge und Vertriebene in den vier Besatzungszonen Deutschlands Zuflucht. Die Vertriebenen wurden als „Polacken“ und „Zigeuner“ angefeindet. Sie kamen aus dem Osten und es hat ja nun jahrelang NS-Propaganda gegeben mit dem Hinweis darauf, alles, was aus dem Osten kommt, ist schlecht und schwierig.

Eine Willkommenskultur? Damals völlig unbekannt. Ende der Vierzigerjahre, kursierte im Emsland der Spruch von den drei großen Übeln: „Wildschweine, Kartoffelkäfer und Flüchtlinge“. Dies erinnert an die Parolen der Pegida.

Aber auch 70 Jahre nach Kriegsende ist die Geschichte der Flucht in Folge von Kriegen noch nicht zu Ende erzählt. Abertausende Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Libyen oder Somalia versuchen dem Elend in ihren Heimatländern zu entfliehen. Heute berichten davon Massenmedien, damals waren die Kommunikationskanäle weitgehend zerstört, so dass die geringsten wussten, dass sich plötzlich solche Massen auf den Weg gemacht haben.

Die Angst vor Konkurrenz und Überfremdung ist wieder da: Wird Deutschland buchstäblich überrannt? Droht eine Katastrophe? Schafft sich Deutschland ab? Alte Vorurteile werden durch neue, die skeptisch dem Islam gegenüber stehen, ersetzt.

Aus Gesprächen, Interviews und Zeitdokumenten wird eine Textfassung entwickelt. Im Mittelpunkt unseres Interesses steht die Erforschung des Alltags dieser Menschen, der Fluchtursachen, ihrer Erfahrungen in der neuen Heimat, ihrer Flucht. Dabei interessieren uns die Verbindungslinien zwischen den Flüchtlingen vor sieben Jahrzehnten und den heutigen Flüchtlingen, die über das Mittelmeer oder auf dem Landweg in die EU kommen. Was ist bei denen, die heute kommen, anders als bei denen, die vor 70 Jahren in Deutschland ankamen? Was ist ähnlich? Wie ist es in einem fremden Land anzukommen und von vorne anfangen zu müssen?

Presse:

RBB, Radio Kultur

Tagestipp, Tip Berlin

Märkische Online Zeitung